
Sie
ist eine der starken Frauen der Saarbrücker Theaterszene. Auch wenn Bettina
Koch natürlich wie viele andere unserer Künstler fast mehr in anderen
Bundesländern zu sehen ist, als hierzulande ... (Saarbrücker Zeitung,
2.2.2004)
1982 habe ich mit Ingrid Braun und Alice
Hofmann das Frauentheater SIRENE gegründet.
Wir waren unserer Zeit weit voraus und hätten die „Missfits“
werden können, wenn wir uns nicht regelmäßig in die henna - gefärbten
Haare gekriegt hätten. Eines unserer Programme „Komm,
ich hab Lust auf Dich!“ wurde in Saarbrücken zum Kultabend und
hat die ganze Stadt sowie Neuss, Gaggenau, Oldenburg und das Mainzer Unterhaus
erotisiert.
(Alice Hofmann ist inzwischen als Hilde Becker / und Vanessa Backes berühmt,
und Ingrid Braun spielt an verschiedenen deutschen Bühnen und tourt 2005
durch Indien. www.fliegende-fische.com)
Meiner
Vita zu liebe habe ich dann einige Stadttheater hinter mich gebracht, bis mich
Ingrid Braun zurück nach Saarbrücken rief, um mit ihr die künstlerische
Leitung des Echo-Theaters zu übernehmen. Dieses
wunderbare Haus hat mit seinem festen Ensemble über Jahre die Lücke
zwischen Staatstheater und Kleinkunstszene geschlossen. Gemeinsam mit Jürgen
Reitz und Wolf Giloi entstand der nächste
Kultabend, „Sag mir, wie Du’s haben willst!“.
Wir entwickelten unseren eigenen Stil, kleine Opern mit minimalistischen Mitteln,
wie:
„Die
„Pechmarie"
Feuilleton Saarbrücker Zeitung 23./24. März 1991
So viel Marie war nie - Premiere im Echotheater - Solo für Bettina
Koch (von Cathrin Elss)
Unmittelbar nach Verlassen des Saarbrücker Echo-Theaters springt uns
im Hinterhof eine Katze vor die Füße - und damit sofort wieder
eine der Szenen des Premiereabends vors innere Auge: Bettina Koch auf den
Boden ihres Theaters gegossen, als Katze Kiss. Magie in zwei Fingern, die
über den Körper marschieren. Deshalb nun dieser Moment reizvoll-rätselhafter
Überblendung. Die Katze ist eine Katze ist eine Katze. Ist real existierendes
und Fabeltier in einem. So mischt sich auch im „Pechmarie“-Stück
der Gruppe Sirene die anrührend realistische Darstellungsart von Bettina
Koch mit dem ins Mythische ausgreifenden Inhalt...
... Bettina Koch und Jürgen Reitz sind für ihre Pechmarie, die
sie in Improvisationen erarbeitet haben auf die Suche gegangen nach Urbildern
des kollektiven Unbewußten, die seit Jahrtausenden Mythen und Märchen
bevölkern...
...Unzweifelhaft profitiert das Stück von der glänzenden schauspielerischen
Leistung der Protagonistin. Bettina Kochs Pechmarie ist die Pechmarie, ist
jede Frau, die sich verweigert. Negativheldin, Rebellin. Sie lehnt den „Erwachsenenkram“
ab, das Frau-Werden und damit ihre Selbstfindung. Sie ist das Kind mit eckigen,
ungebärdigen Bewegungen, der burschikose Teenager, die raunende Sybille,
fernab jeder Weltzeit, ganz Weib, das sich herzeigt und verströmt ...Was
für ein Früchtchen...
Falls ich dem geschätzten Leser dieser homepage eine Auswahl meiner Superkritiken
kostenfrei zuschicken soll, bitte Kontakt aufnehmen: Bkoch27857@aol.com.
Verrisse habe ich nicht kopiert, Zeitungspapier verwest ja.
„Olas
Chicas"
Nach der Schließung des Echos aus baupolizeilichen Gründen durften
wir im Kleinen Haus des saarländischen Staatstheaters weiterarbeiten. Jürgen
Reitz hat den Theaterbetrieb im Domicil
Leidinger aufgebaut, ich bin nach der Geburt meines Sohnes dort eingestiegen,
hatte dann die Leitung gemeinsam mit Peter Tiefenbrunner.
Unter meiner Regie ist die Produktion „Das Gänsegretel von Fechingen...
Gans oder gar nicht...“ entstanden.
Mein Spieltrieb ist stärker ausgeprägt als mein Organisationstalent,
im Leidinger arbeitet jetzt Barbara
Scheck, und ich kann wieder spielen, und da mein Sohn inzwischen groß
und stark ist, ... quer durch Deutschland...